Exposé zu Tino Hemmanns Drehbuch "HUGO"

Das Synonym des passiven blonden, blauäugigen Protagonisten HUGO beruht auf schicksalhaften, wahren Begebenheiten. Im Film versucht der aktive Protagonist Prof. Friedrich WALTER - ein junger Psychologe der Kinderpsychiatrie der Universität Leipzig - den zehnjährigen HUGO zu retten, der durch den Gegenspieler PROF. von RASCH, Mordarzt während der NS-Kindereuthanasie und Chef der Leipziger Kinderpsychiatrie, für Forschungszwecke getötet werden soll.

HUGO leidet frühzeitig unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Im Jahr 1932 wird der acht Monate alte HUGO von seinem Vater schwer misshandelt. Die Misshandlungen setzen sich fort, bis der Vater mit der Wehrmacht in den Krieg zieht und dort fällt. HUGO bildet die zweite Persönlichkeit FRITZ heraus, die fortan für ihn in die Bresche springt, wenn Gefahr droht. Mutter ODA ist der Meinung, HUGO sei von der Idiotie befallen und grenzt den sehr begabten und überdurchschnittlich intelligenten Jungen aus. Von frühan wird HUGO von WALTER überwacht.
Der Film erzählt HUGOs neuntes und zehntes Lebensjahr. HUGO lebt in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig, in dessen Erdgeschoss sich der Laden des Juden MUTZMANN befindet. Zu MUTZMANN flüchtet HUGO oft, da der auf den Jungen und dessen Probleme eingeht. HUGO erzählt ihm auch von FRITZ.
HUGOs Schulklasse wird von Herman MENGEN übernommen, einem Lehrer, den HUGO sehr achtet, dem er sich stellenweise anvertraut. Nur am ersten gemeinsamen Schultag schlägt MENGEN den Jungen, der während der Schule die Identität wechselt, im irrigen Glauben, HUGA würde ihn belügen. Während Mengen am gleichen Abend die Akten seiner Schüler prüft, fällt ihm ein Schreiben von WALTER in die Hände, in dem auf HUGOs sonderbaren Zustand hingewiesen wird. Der Lehrer muss die Krankheit ignorieren und beide Persönlichkeiten anerkennen. Durch MENGEN beginnt HUGO den Gesang zu lieben. MENGEN mag HUGO mit der Zeit sehr. So zeigt er ihm, wie man richtige Klimmzüge macht, was HUGOs Sympathie für den Lehrer wachsen lässt. HUGO hat auch Freunde in der Klasse, von anderen wird er wegen seiner ständigen Selbstgespräche Idiot genannt.
HUGO wird Zeuge, als MUTZMANNS Laden demoliert und der Jude deportiert wird. Am gleichen Morgen muss HUGO vor der gesamten Schüler- und Lehrerschaft das Horst-Wessel-Lied singen. Während des Gesangs sieht HUGO die Leiden und Zerstörungen des Krieges. Am gleichen Tag beobachtet MENGEN, dass HUGO leidet. Er nimmt ihn zur Seite und baut ihn wieder auf, ahnend, was geschehen ist.
HUGO fährt mit seiner Klasse in ein Erntelager an die Mulde. Die Jungen wohnen in einer Scheune und werden von MENGEN begleitet. Während HUGO in einer Nacht im Wald Wache stehen muss, beobachtet er MENGEN und dessen Frau ANNA beim Liebesspiel. HUGO gibt sich zu erkennen und erfährt durch seine Fragen die sexuelle Aufklärung durch ANNA.
Kurz darauf wird HUGO in die Leipziger Kinderpsychiatrie bestellt. WALTER untersucht den Jungen und versucht herauszubekommen, wo die Ursache der Persönlichkeitsspaltung liegt. WALTER vertritt die wissenschaftliche Erklärung, dass die psychische Krankheit HUGOs durch eine Misshandlung hervorgerufen wurde. PROF. VON RASCH hingegen verfolgt die landläufige Meinung, dass die Krankheit eine Gruppe der Schizophrenie und damit vererbbar sei. VON RASCH ist Mitglied des Leipziger Rasse-Ausschusses. WALTER erkennt die große Intelligenz des Jungen und ordnet an, dass HUGO zur weiteren Beobachtung stationär aufgenommen wird, was er später bereut. Durch WALTER erfährt HUGO auch die Erklärung, was ein Kuckucksei bedeutet, wie HUGO von seinem VATER genannt wurde.
Auch PROF. VON RASCH untersucht HUGO, wobei sein Interesse an einer Selektion HUGOs wächst, um das seltene Phänomen der Persönlichkeitsspaltung nach anatomischen Ursachen zu untersuchen.


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Das komplette Exposé erhalten Sie über den Autor Tino Hemmann
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