DREHBUCH Himmel - Helden - Harmonie

Exposé zum Drehbuch von Tino Hemmann
nach dem Roman Dialog 500 Stufen über Leipzig

Himmel - Helden - Harmonie

Exposé zum Drehbuch von Tino Hemmann nach dem Roman Dialog 500 Stufen über Leipzig

An einem Dienstagvormittag besteigt der fast siebzigjährige HENRY STOLLMANN das Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig. An diesem Dienstag sieht er beim Erreichen der Aussichtsplattform den zwölfjährigen SEBASTIAN auf der Brüstung stehen, der sich in den Tod stürzen will. HENRY STOLLMANN gelingt es, den Jungen davon abzuhalten, nach einer kurzen Rangelei kommen sie zur Ruhe und SEBASTIAN erzählt, dass ein Diebstahl der Auslöser seiner Suizidgedanken war. HENRY STOLLMANN stellt fest, dass es zwischen ihm und SEBASTIAN Gemeinsamkeiten gibt. Dies zu erklären, wäre jedoch eine lange Geschichte. SEBASTIAN bittet HENRY STOLLMANN die Geschichte zu erzählen. Der beginnt damit, dass man ihn als Kind stets STOLLE nannte.
Zwischen den Szenen der Vergangenheit kehrt die Handlung immer wieder auf die Aussichtsplattform zurück, auf der sich der alte STOLLMANN und SEBASTIAN näher kommen. Die Plattform verlassen will SEBASTIAN jedoch unter keinen Umständen.

Im Jahr 1945 lässt sich STOLLES Mutter HANNI auf ein Liebesgeplänkel mit dem amerikanischen Soldaten HENRY ein. Die Beziehung endet schnell, da die Amerikaner abgezogen werden. Nach Kriegsende flüchtet die hochschwangere HANNI nach Leipzig, wo STOLLE geboren wird und aufwächst.
HANNI lernt JÜRGEN kennen, der zu den russischen Besatzern Beziehungen hat, als Antifaschist gilt und zeitig in der Freien Deutschen Jugend der DDR mitmischt, dort später zum FDJ-Bezirkssekretär aufsteigt. STOLLES Schwester RENATE ist drei Jahre.
STOLLE besucht als Neunjähriger mit Jürgen eine russische Kaserne, und stürzt dort betrunken von einer Bank. In der Schule erzählt STOLLE, die Russen hätten ihm den Arm gebrochen, worauf er von JÜRGEN mit einem hölzernen Schuhlöffel geschlagen wird. STOLLES Abneigung gegenüber JÜRGEN reift.
STOLLE beteiligt sich an den Aktionen der Jungpioniere. Während einer Schrottsammelaktion mit einem Leiterwagen erhält STOLLE einen 200 Kilogramm schweren Motor aufgeladen, den er stundenlang bis zu einem Schrotthändler schiebt, dessen Hof an einer abschüssigen Straße liegt. Kurz vor dem Hof macht sich der Leiterwagen selbständig und kracht mit dem Motor durch das Tor des Schrotthändlers. Mit der Prämie, die STOLLE für den Schrott erhält, muss er die angerichteten Schäden bezahlen.
HANNI erklärt ihrem Sohn, dass STOLLE sich mit dem Kommunismus und mit JÜRGEN arrangieren muss.
Um in der Schule an einem Spiel teilnehmen zu können, benötigt STOLLE einzelne Pfennige, die er sich über Wetten besorgt, die er mit seinen beiden Freunden HANS und PETER abschließt. Die Vorstellung, durch eine Wette ein Held zu werden, bestimmt die zum teil lebensgefährlichen Wetten. Bei einem Spiel, das die Jungen "Pimpern" nennen, kommt es zu einer Rangelei zwischen STOLLE und dem größeren Jungen KARL, in dessen Folge eine Stalin-Büste auf dem Schulhof vom Sockel fällt und zerbirst. JÜRGEN sieht darin einen Anschlag gegen den Kommunismus und schlägt STOLLE krankenhausreif. Von diesem Tag an hasst STOLLE seinen Stiefvater. HANNI hält sich aus der Erziehung heraus, sie ist oft abwesend.
Bei einer weiteren Wette muss STOLLE drei Haltestellen auf der letzten Kupplung einer Straßenbahn ausharren. Kurz vor dem Ziel fällt er auf die Straße und bringt einen Motorradfahrer zum Sturz. JÜRGEN holt STOLLE im Polizeirevier ab, nachdem STOLLES Platzwunde am Kopf genäht und ein Protokoll aufgenommen wurde. In diesem Zusammenhang erklärt STOLLE, dass Jürgen nicht sein Vater wäre.
Heimlich fährt STOLLE im Sommer mit seinem Freund HANS an einen Kanal zum Baden. Dort wettet HANS, dass er sich traut von einer Eisenbahnbrücke in den Kanal zu springen. Stolle hat große Höhenangst und traut sich nicht. HANS macht einen Kopfsprung und wird durch den Aufprall ohnmächtig. STOLLE springt dem Freund hinterher belebt ihn wieder und rettet ihn. Trotz der zu erwartenden Würdigung behält STOLLE das Geheimnis für sich, damit HANS keinen Ärger bekommt. Während der Aktion werden Fahrrad und Sachen der Junge gestohlen, die schließlich in Unterhosen durch die Stadt laufen müssen.
Im Musikunterricht entdeckt Stolle für sich zwei Interessengebiete: Einerseits kann er gut Singen und begreift die Notenlehre schnell, andererseits fühlt er sich zu seiner Musiklehrerin hingezogen. Auf dem Heimweg von der Schule hört STOLLE einen kirchlichen Knabenchor. In der Kirche wird er von PFARRER WILLING aufgenommen, der STOLLES Talent entdeckt und - damit STOLLE im Kirchenchor singen kann - eine Taufurkunde fälscht.

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Das komplette Exposé erhalten Sie über den Autor Tino Hemmann
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